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Montag, 14. März 2011

Halbmarathon unter 2.00 Std. geschafft

Ich habe hier ja schon lange nichts geschrieben. Eigentlich wollte ich mal das letzte Jahr, die letzten beiden Jahre aufarbeiten. Dazu bin ich noch nicht gekommen.

Nach langer Pause nach meiner Knie-OP habe ich gemerkt, dass es meinem Knie besser bekommt, wenn ich es mit regelmäßigen Läufen belaste. So scheint es sich nach und nach an die Belastung zu gewöhnen und gestärkt zu werden.

Nach einem Halbmarathon im Mitte September 2010 war ich monatelang sehr sportfaul. Um diesem Trott zu entgehen, habe ich mir zum Geburtstag Ende Dezember von meinen Lauftreff-Kolleginnen eine Anmeldung zu einem Halbmarathon gewünscht. Also durfte ich am 13. März 2011 in Kandel laufen und trainierte ab Januar mehr oder weniger regelmäßig. Ich wollte mich eigentlich locker an einen Steffny-Halbmarathon-Plan halten. Meist schaffte ich jedoch nur drei statt der angesetzten vier Läufe pro Woche und auch viele Tempoeinheiten habe ich gecancelt, weil ich einfach zu viel Stress auf der Arbeit hatte und ich mir nicht noch zusätzlichen Druck machen wollte. Zudem fing mein Knie, zweieinhalb Wochen vor dem Halbmarathon, wieder an zu schmerzen und dick zu werden. Ich hatte vier Läufe an fünf Tagen hintereinander gemacht (mit jeweils anderthalb Tagen Pause), weil ich eine Trainingseinheit nachholen wollte. Das war wohl zuviel und die Schmerzen kamen zurück. Insofern reduzierte ich die letzten beiden Wochen das Training deutlich und machte auch keinen Lauf über 12 km.

Mit diesen mehr oder weniger befriedigenden Training war es am Sonntag nun soweit.

Wir standen früh auf und fuhren nach Kandel. Wir waren püntklich dort, so dass Ritchy sich noch nachmelden konnte und wir noch etwas Zeit hatten, uns mit unseren Bekannten zu unterhalten. Die meisten von ihnen liefen natürlich den Marathon.

Nach dem Start liefen wir locker los. Ich hatte mir nicht viel vorgenommen, ich wollte, wenn möglich unter 2:00 Std. laufen und dachte, dass eine Zeit von 5:55 bis 5:50 min/km reichen würden. Ich hatte gar nicht nachgerechnet und wollte relativ locker laufen. Die Menge zog mich jedoch mit, so dass ich schneller unterwegs war, ca. 5:45 bis 5:40 min/km. Ich zweifelte schon, ob ich das Tempo die ganze Zeit über halten könnte. Aber es lief ganz gut. Also wollte ich versuchen das Tempo zu halten, so lange es ging. Eigentlich erwartete ich einen Einbruch, weil ich in dem Pulsbereich schon lange nicht mehr gelaufen war.

Irgendwann, ca. nach der Hälfte habe ich mal nachgerechnet auf was für eine Endzeit ich mit dieser Kilometerzeit kommen würde. Oh, Schreck! Ich stellte fest, dass ich 5:40 min/km laufen muss, um beim Halbmarathon unter 2:00 Std. zu bleiben. Ganz schön schnell.

Bislang hatte ich den Kiometer ja meist um diese Zeit geschafft. Also bemühte ich mich weiter in dem Tempo zu laufen. Es wurde immer anstrengender, aber ich hatte Ehrgeiz und Ritchy an meiner Seite, der mich gerade die letzten Kilometer voran trieb. Mit 1:59:55 Std. haben wir die Ziellinie überschritten! Punktlandung, mit der ich nicht mehr gerechnet hatte! Super!!!
Ich war ganz schön kaputt, aber froh, dass ich es geschafft habe und dass man daran man sieht, dass regelmäßiges Laufen auch ohne Tempotraining Früchte trägt.

Mein Knie hat den schnellen Lauf super verkraftet. Es tat die letzten beiden Trainingswochen ja immer mal weh, mal mehr, mal weniger, weshalb ich meinen Trainingsplan auch ganz schön abgespeckt hatte. Das schien meinem Knie aber gut bekommen zu haben. Es tat am Anfang des Laufs weh, aber das verging. Man merkt es beim Laufen irgendwann nicht mehr. Und nachher tat es, oh Wunder, gar nicht weh. Super. So kann es weiter gehen. Ich will schauen, dass ich 3 mal pro Woche für mindestens eine Stunde laufe. Das ist gut für mein Knie und die Zeit sollte ich mir wohl nehmen.

Freitag, 6. Juli 2007

Mein erster richtiger Ironman


Am Sonntag, dem 01.07.2007 nahm ich an meinem ersten Ironman teil. Ein Jahr zuvor hatte ich zwar schon eine Langdistanz bestritten, aber keine, die den Namen Ironman trägt. Diese Langdistanz in Roth hatte ich 2006 sehr gut überstanden. Mein Ziel war damals nur durchkommen. Dieses Jahr steckte ich mein Ziel natürlich etwas höher: die Zeit von Roth (11:37:49) wollte ich gerne schlagen. Ich glaubte aber nicht richtig daran, dass ich es schaffen könnte.

Meine Vorbereitungen liefen insgesamt recht zufriedenstellend. Die Angst zu wenig trainiert zu haben, kam dennoch auf. Gerade die letzten Tage vor dem Wettkampf musste ich immer wieder daran denken, dass mir einige lange Einheiten fehlten. Immer wenn wir uns eine lange Radtour (RTF) vorgenommen hatten, spielte das Wetter nicht mit. Aber egal - jetzt konnte ich eh nichts mehr dran ändern.

Ich ließ den Tag kommen. Mal abwarten, was er bringen würde. Die Zeichen standen gut. Wir hatten extremes Glück mit dem Wetter. Wochen vorher war es sehr warm. Die Befürchtungen, dass ohne Neo geschwommen werden muss, wurden immer stärker. Idealerweise kühlte es in der Woche vor dem Wettkampf merklich ab. Die Wassertemperatur sank. Jetzt musste ich nur fürchten, dass mir mit nassen Klamotten auf dem Rad zu kalt werden könnte. Egal. Anziehen kann man immer noch etwas. Erstaunlicherweise war gerade der Sonntag relativ schwül bei bewölktem Himmel. Was will man mehr: Wärme ohne von der Sonne gebraten zu werden. Ideal.

So beginnt unser längster Tag des Jahres unter den besten Voraussetzungen.
Spontan sind wir in einem Hotel in Frankfurt untergekommen und lassen uns von einer Freundin an den Langener Waldsee fahren. Dort kommen wir wegen Stau zwar recht knapp an, aber die Zeit reicht gerade noch, um alles zu richten - für unnötige Gedanken und Nervosität reicht sie nicht mehr. Ich packe meinen Wechselbeutel zusammen, gebe ihn beim entsprechenden Lastwagen ab und ... ja, und suche meinen Freund Ritchy. Wir haben uns zwar schon flüchtig verabschiedet, aber ich will ihn gerne noch mal in den Arm nehmen, und ihm alles Gute für den Wettkampf wünschen. Wir werden uns ja stundenlang nicht mehr sehen. Unter den 2200 in schwarz gekleideten Neoprenfiguren kann ich ihn nirgends entdecken, obwohl ich den Weg von der Wechselzone bis zum Einstieg ins Wasser mehrmals hoch und runter laufe. Kein Ritchy. Schade. Jetzt bin ich fast die Letzte. Also beeile ich mich, ins Wasser zu kommen. Ich schwimme ein paar Züge, um mich an die kalte Nässe zu gewöhnen, die langsam in meinen Anzug fließt. Nur noch 5 Minuten. Ich reihe mich – Bernies Horrorgeschichten im Hinterkopf – ziemlich weit hinten mit etwas Platz um mich herum ein. Etwas Warten und dann fällt der Startschuss. Das Feld setzt sich in Bewegung. Ich lass einige an mir vorbei ziehen und versuche in meinen Schwimmrhythmus zu gelangen. Bis zur ersten Wende bei ca. 800 m rechne ich mit einigen „Zusammenstößen“. So ist es auch – aber nicht nur bis dahin. Immer wieder – auch auf den letzten 800 m - spüre ich mal eine Hand / Faust auf dem Arm, am Kopf, auf der Wade. Die Nasenklammer wird mir weg getreten, die Brille geflutet. Ist es Absicht oder nur Folge der Nervosität? Ich weiß es nicht. Ich bin nur froh, als ich den ersten, 3.8 km langen Part, meine schlechteste Disziplin nach 1:22 beendet habe.

Zügig aber nicht zu schnell laufe ich den mit Teppichen ausgelegten Weg zum Wechselzelt hoch, ziehe meinen Neoprenanzug aus und will schnell auf ein Dixi-Klo rennen. Von wegen schnell – weit gefehlt. Hier stehen nur vier Dixis und drei Wartende. Also muss ich mich erst mal in Geduld üben und mich hinten anstellen. Es hilft alles nichts. Hier sind wir Frauen einfach im Nachteil. Jede Rast auf der Strecke wäre sicherlich zeitaufwendiger.

Am Rad angekommen, trockne ich mir gründlich meine Zehen ab und versuch die Sandkörner zu entfernen. Ich will jetzt schon Socken anziehen und diese beim Lauf anbehalten. Eine Blase will ich mir später allerdings auch nicht zuziehen. Nach geraumen 8 min verlasse ich die Wechselzone und rolle mich gemütlich auf dem Weg nach Frankfurt ein. Schön! Endlich Rad fahren! Ich genieße die gesperrte Strecke und versuche mich auf diesen Part zu konzentrieren. Etwas trinken und essen kommt sicherlich gut. Ich zwinge mich eher dazu. Oh, da überholt mich schon ein Bekannter - Micha. Ein paar nette Worte, ich lasse ihn von dannen ziehen. Die ersten 90 min will ich betont langsam fahren und achte auf meinen Puls. Nur nicht zu schnell anfangen. Es geht nach Frankfurt rein, dann raus nach Bergen Enkheim. Endlich befinde ich mich auf bekannter Strecke. Die Route führt von Bergen Enkheim, über Maintal und Bad Nauheim (nördlichster Punkt) zurück nach Bad Vilbel. Im Training bin ich diesen Abschnitt zweimal mit meinem Freund Ritchy abgefahren. Hier kenne ich mich also ein wenig aus und weiß, mit welchen Anstiegen ich zu rechnen habe. Nur zwei sind mir nennenswert im Gedächtnis geblieben: einmal der Anstieg „The Hell“ in Maintal-Hochstadt. Hier wird man auf dem Kopfsteinpflaster ordentlich durchgeschüttelt und kann froh sein, wenn man keine Trinkflasche verliert. Die Partystimmung dort lässt die Passage bei weitem nicht so schlimm erscheinen, wie sie mir in Erinnerung geblieben ist. Die andere Steigung befindet sich in Bad Vilbel – also schon am Ende der ersten Runde. Hier auf dem „Heartbreak-Hill“ ist ebenfalls eine Menge los. Man muss aufpassen, sich nicht zu sehr von der Masse tragen zu lassen und diesen nicht gerade kurzen Anstieg langsam genug hoch zu fahren. Schließlich wartet noch eine komplette Runde auf uns. In der zweiten Runde wird es windiger. Ich bemühe mich, mich auf meinem Rad klein zu machen und freue mich, dass ich es nun richtig laufen lassen kann. Es läuft gut. Ich überhole viele, viele Leute, werde aber natürlich auch überholt. Ich erkenne einen Bekannten und grüße ihn nett, als ich an im vorbei ziehe. An der Strecke sehe ich hier und dort ein paar Freunde stehen und freue mich über ihre anfeuernden Zurufe. Die Zeit verfliegt im Nu. Nach 5:38 Std. Radzeit komme ich in der Wechselzone an. Dies entspricht genau der Zeit, die ich mir für die 180 km vorgestellt hatte.

Das Rad wird mir abgenommen, ich besuche kurz das Dixi, bekomme meinen Wechselbeutel gereicht und ziehe mich um. Etwas irritiert brauche ich lange, um meine Sachen zu sortieren. Jemand der mir beim Anreichen / Einräumen hilft ist leider nicht zur Stellen. Nach mir unglaublich lang vorkommenden 5 min gehe ich auf die Laufstrecke.

Oh, nein! Was ist das? Kopfsteinpflaster soweit das Auge reicht! Zwar schön mit roten Teppich abgedeckt und beidseitig von tausenden Zuschauern umsäumt – aber dennoch fallen mir die ersten paar hundert Meter unheimlich schwer. Auf so unebenen Untergrund bin ich sicherlich noch nie gelaufen! So kommt es mir zumindest vor. Ich bewältige diese unwegsame Passage und versuche in mein Lauftempo zu kommen. Es wird besser. Schon sehe ich ein paar Freunde und meinen Trainingspartner Tom an der Strecke stehen, Ritchies Schwester, Schwager und Eltern. Ich frage, wo Ritchy sich befindet. Ist er jetzt vor oder hinter mir auf dieser 10,5 km langen Runde, die wir viermal durchlaufen müssen? Es gibt ein paar Umkehrpunkte bei denen wir uns sehen könnten. Mir wird gesagt, er wäre vor mir. Etwas erstaunt darüber, laufe ich weiter. Ich rechne mir keine Chance aus, ihn zu sehen. Sein Vorsprung wird zu groß sein. Ich laufe und fühle mich gut. Es läuft gut - fast zu gut. Ich bin schneller, als ich geplant hatte. Plötzlich bei km 3 oder 4 muss ich Ritchy überholt haben. Er schließt zu mir auf und sagt mir, dass er nicht laufen könne. Er habe Atemnot und müsse langsam machen. Ich solle mir keine Sorgen machen und meinen Wettkampf machen. Irritiert laufe ich ein Stück weiter. Was soll ich tun? Eine Freundin, unsere Betreuerin Anke fragt, ob ich etwas brauche. „Nein nicht ich, aber kümmere dich bitte mal um Ritchy.“ - „Ich habe ihn noch nicht gesehen. Wo ist er?“ - „Da, direkt hinter mir“ Ich zeige auf ihn. Sie geht zu ihm. Das ist gut. Er würde sich jetzt vermutlich eh nicht von mir helfen lassen. Da kenn ich meinen kleinen Sturrkopf doch ein wenig. Ein paar 100 Meter weiter sehe ich einen weiteren Bekannten, Ingo. Auch ihn bitte ich, nach Richy zu sehen. Er rennt sofort los. Ich bin etwas beruhigt, zwei Freunde bei ihm zu wissen. Sie werden ihm hoffentlich beistehen. Ich versuche weiter zu laufen und nicht ständig daran zu denken. Mehr helfen als die beiden kann ich sicherlich nicht. Der führende und erste Mann überholt mich. Wer ist es? Timo?! Ich feuere ihn an und freu mich mit ihm. Damit hatte ich nicht gerechnet. Schön, es freut mich für den Eberbacher, der heute einen tollen Tag hat. Immer wieder muss ich an Ritchy denken. Was soll ich tun? Soll ich zurück laufen? Werde ich ihn finden? Ich bin mir unschlüssig. Plötzlich kommt er am nächsten Umkehrpunkt zu mir: er wäre im Sanizelt gewesen. Es wäre alles soweit in Ordnung. Er würde seinen Wettkampf durchziehen. Er müsse nur langsam machen. Das beruhigt mich ein wenig. Ich versuch mich weiter auf meinen Wettkampf zu konzentrieren. Es fällt mir nicht leicht. Zum Glück habe ich ein wenig Abwechslung. Der zweite Mann überholt mich. Schon wieder eine ganz unerwartete Person. Ich erkenne ihn nicht sofort von hinten. Es ist Michael Görner, der Newcomer dem ich gute Chancen ausgerechnet hatte. Schön für ihn. Meine erste Runde verfliegt wie im Flug. Es läuft gut, auch wenn ich zu schnell unterwegs bin. Ich fühle mich gut und laufe weiter. Bis km 15 – dann irgendwie ist der Motor aus. Es geht nicht mehr viel. Ich werde langsamer und quäle mich mit einem viel zu geringem Tempo über die Bahn. Naja, Einbruchsphasen kommen immer mal. Ich versuche sie hin zu nehmen und hoffe, dass sie schnell vorbei geht. Eine Runde quäle ich mich am Main entlang, es wird nicht besser. Auch in der nächsten Runde nicht. Okay. Ich muss es so nehmen, wie es ist und versuche zu laufen, solange es geht. Zumindest geht es noch und es erscheint mir effektiver als zu gehen. So geht es langsam weiter, Kilometer um Kilometer, Runde um Runde. Jetzt ist es nicht mehr weit. Ich bin schon beim 8. km Schild auf der vierten Runde. Also nur noch 2 + 2,195 km - also nur noch knapp viereinhalb Kilometer. Das ist doch zu schaffen!!! Aber nein, das stimmt ja gar nicht. Wir sind hier ja schon bei km 39,5. Also nur noch knapp 2,7 km. Ein Blick zur Uhr zeigt mir, dass es knapp wird, meine Zeit aus Roth zu unterbieten. Ich nehme alle Kräfte zusammen und versuche die mir verbleibende Strecke etwas schneller zu laufen. Viel ist nicht mehr drin. Nach einer Laufzeit von 4:24 Std. erreiche ich das Ziel und bin mit 11:37:53 Std. fast zeitgleich wie in Roth. Erst ein späterer Vergleich der Urkunden zeigt mir, dass ich 4 sec. (!) langsamer war, als bei meiner ersten Langdistanz.

Ich schleppe mich zur Wechselbeutelausgabe. Ich kann kaum noch gehen. Ich will aber an mein Handy und schauen, ob ich über Freunde an der Strecke mehr von Ritchy erfahren kann. Ich würde ja so gern zurück auf die Strecke und ihn anfeuern, aber bei mir geht nichts mehr. Ich habe jetzt schon einen schlimmen Muskelkater in den Oberschenkeln. Ich weiß nicht wo ich ihn suchen soll. Ich telefoniere rum. Nach unendlich langer Zeit erfahre ich, dass Ritchy auf seiner letzten Runde ist und bald im Ziel erwartet wird. Ich schleppe mich zum Zielkanal und warte mit Freunden auf ihn. Endlich kommt er. Ich kann ihn in meine Arme schließen. Ihm geht es soweit gut. Das ist das allerwichtigste. Alle Zeiten sind egal.

Dienstag, 26. Juni 2007

Vereinsmeisterschaft beim Sprint-Triathlon

Am Sonntag, dem 24.06. waren wir zu einem kurzen Sprintwettkampf gemeldet. Dabei galt es 500 m zu schwimmen, flache 20 km auf dem Rad zu bewältigen und im Anschluss 5 km zu Laufen. Es handelte sich also um eine gute Gelegenheit, den Körper nochmals wach zu rütteln. Einige meiner Ironman-Mitstreiter wollten an diesem Wettkampf jedoch nicht teilnehmen, da die Belastung und / oder auch Verletzungsgefahr für unseren Hauptwettkampf, der ja eine Woche später stattfinden sollte, zu hoch sei. Da ich mich zu diesem Wettkampf mit Umwegen angemeldet hatte und hier unsere Vereinsmeisterschaften ausgetragen werden sollten, startete ich entgegen der Meinung einiger. Allerdings wollte ich mich relativ zurück halten. Das tat ich dann auch.

Das Schwimmen verlief ganz gut, war aber wegen Gedrängel mit einigen Brustschwimmpassagen durchzogen. Nach 13 Minuten kam ich aus dem Wasser und stieg aufs Rad.

Das Einrollen erwies sich schwieriger als gedacht: wir mussten gegen starken Gegenwind ankämpfen. So war mein Tempo auf den ersten paar Kilometern wesentlich geringer als geplant. Nur gegen Ende der Strecke schaffte ich es, dass eine 40++ auf dem Tacho stand. Mit einer Radzeit von 33 Minuten und einem Schnitt von knapp 36 km / h wechselte ich zum Laufen. Ich spürte leichte Schmerzen am rechten Schienbein und bemühte mich, konstant und vor allem locker zu laufen. Die Schmerzen sollten nicht stärker werden. Ich wollte mich hier nicht verletzen.
Parallel dazu bemühte ich mich, ein so hohes Tempo anzuschlagen, dass mich meine Vereinskollegin Inga, die ich erst 5 km vor der Wechselzone auf dem Rad überholt hatte, nicht mehr einholte. Jedes Mal, wenn ich überholt wurde, schaute ich zur Seite, um das Gesicht zu erkennen. Irgendwie habe ich es geschafft. Ich kam als erste von unseren vier Frauen, aber nach etlichen unserer Männer ins Ziel. Kurz darauf folgte Elke, mit der ich noch gar nicht gerechnet hatte, und Inga.

Mit unseren nah beieinander liegenden Zeiten (Marion 1:13:27, Elke 1:40:10 und Inga 1:15:02) belegten wir den ersten Platz in der Team-Wertung der Damen.


Christiane hätte hier sicherlich noch besser abgeschnitten - fiel wegen Babybauch allerdings aus.

Dienstag, 12. Juni 2007

Bericht zum Kraichgau-Triathlon


Am 10.06.2007 fand der Kraichgau-Triathlon statt, bei dem ich für die M-Distanz (2,0 km Schwimmen, 60,6 km Rad und 14 km Laufen) gemeldet war. Diese verkürzte Mitteldistanz sollte als Test-Wettkampf für den Ironman in ein paar Wochen dienen. Leider fand dieser Wettkampf dieses Jahr an einem ungünstigen Termin statt. Der Donnerstag zuvor war ein Feiertag. Das sich daraus ergebene verlängerte Wochenende wollten wir fürs Training nutzen. Der Wettkampf musste demnach aus dem normalen Training - ohne zuvoriges Tapern - bestritten werden.

Am Donnerstag fuhren wir die Ironman-Radstrecke zweimal ab (ca. 140 km) und liefen im Anschluss daran 6 km. Der Freitag diente der Regeneration. Am Samstag holten wir mit den Rädern die Startnummern ab. Wir hatten also schon eine direkte Vorbelastung von ca. 100 km und unserem Streak-Lauf in den Knochen, als am Sonntag Morgen der Wettkampf begann.
Da es die letzten Wochen ziemlich warm war, befürchteten wir, dass ein Neopren-Verbot fürs Schwimmen ausgesprochen würde. Dem war so. Wir erfuhren es am Morgen, noch bevor wir die Wechselzone eingerichtet hatten.


Ich war froh, als ich die 2 km ohne Neo im See rumgebracht hatte. Im Endeffekt fand ich es nicht so schlimm, wie befürchtet. Ich war zwar langsam, aber zwischenzeitlich habe ich alles vergessen können und fand das Schwimmen sogar schön. Zum Glück war die Sicht in dem See so dermaßen gar nicht vorhanden, dass ich mir keine Gedanken darüber machen musste, wie viel Meter Wasser nun unter mir sind. Für die Psyche war dieses Schwimmen ohne Neo sicherlich gut. Wer weiß, wie das Wetter bis Frankfurt wird und ob dort nicht auch mit einem Neo-Verbot zu rechnen ist. Ich hoffe auf so trübe Aussichten, wie sie zur Zeit in Mannheim herrschen. Das sollte reichen, um die Temperatur in den Gewässern etwas zu reduzieren. Ansonsten weiß ich jetzt, dass ich auch ohne Neo die Schwimmstrecke irgendwie bewältige.



Auf dem Rad fühlte ich mich bei flachen und leichten Steigungen ganz gut. Ich hatte das Gefühl, dass ich gut Druck habe, und konnte auch immer einige Mitstreiter überholen. Dieses Spielchen wurde allerdings rumgedreht, wenn es etwas steiler bergauf ging. Da fühlten sich meine Beine müde an, so dass ich eher verhalten hoch fuhr. Einmal oben angelangt (ich war ja nicht kaputt), hab ich meist den großen Gang eingelegt und wieder Tempo gemacht. Woran es lag, dass ich mich bergauf schlapp fühlte, weiß ich nicht. Habe ich zu wenig Bergtraining absolviert oder liegt es nur an der fehlenden Regeneration? Na, egal. Den ein oder anderen Berg werde ich diese Woche noch fahren können. Und Frankfurt ist ja eh flacher.

Beim Laufen ging es mir ganz gut. Ich bin einfach konstant gelaufen - ohne Einbruch, ohne das Gefühl schneller laufen zu müssen . Die 14 km haben zwar gereicht, ich war aber dennoch nicht völlig am Ende. Danach haben wir uns schön verpflegt und es uns gut gehen lassen.


Resume: Beim Schwimmen war ich viel schlechter als letztes Jahr (mit Neo), aber die beiden anderen Disziplinen waren ziemlich identisch. Ich bin noch 3. in meiner Altersklasse geworden.
Das Event war mal wieder super organisiert. Eine Teilnahme lohnt sich jederzeit.


Ein Schock zum Schluss:
Beim Fahrrad-Auschecken habe ich erst mal einen Schock bekommen. Ich bin alle Reihen abgegangen. Mein Rad hab ich nicht gefunden. Es stand zwar ein Scott Plasma rum, aber mit falschen Laufrädern (Cosmic Equipe) und eingeklickten Schuhen. Das war nicht meins. Ich habe weiter gesucht - da! Ein Rad mit Zip-Rädern! Aber ein ganz falsches Rad. Drei mal bin ich die Reihen abgegangen. Zum Schluss mit Ritchy zusammen. Erst mal nichts. Mir ging schon im Kopf rum: "Was mach ich jetzt?" - "Nehme ich ein falsches Rad?" oder "Sag ich es, und bin mein Rad für immer los?" Aber dann, ... dann haben wir mein Rad an der Zaunabsperrung entdeckt. Zum Glück.

Vorher hatte schon ein Bekannter erzählt, dass er sein Rad auschecken konnte, ohne dass ihn jemand nach der Startnummer gefragt hatte. Das war wohl doch nur eine kurzzeitige Ausnahme. Wir kamen ohne Startnummernkontrolle nicht so schnell dort raus.